Erzeugung gestalten – Arten erhalten
Biodiversität im Landkreis Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg

Wabenförmig angeordnete Bilder und Schriftzug "Produktion gestalten, Arten erhalten"

Biodiversität steht für die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Im Ökosystem sind Mensch, Tier, Pflanze und Landschaft miteinander verwoben. Wer diese Vielfalt schützt, sorgt für eine intakte Umwelt, mehr Lebensraum für Insekten und damit auch für Lebensqualität und Wohlergehen aller.

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten unterstützt Landwirte, eine nachhaltige Bewirtschaftung umzusetzen. Förderprogramme werden stärker auf Biodiversität ausgerichtet, der Trend zur Regionalität wird gestärkt.

Aktuelles

Naturnahe Forstwirtschaft fördert die Biodiversität

Durch mehr Licht am Boden entsteht eine neue Vielfalt an Kräutern, Sträuchern und Bäumen.Zoombild vorhanden

Foto: Umweltstation Ensdorf

Werner Lang, Revierleiter am Forstrevier Amberg, bot zusammen mit der Umweltstation Kloster Ensdorf im Rahmen der Bayern-Tour-Natur eine Waldführung zum Thema "Biodiversität im Wald" an. Am 05. Juli 2019 trafen sich die Wanderer im Hirschwald an der Eggenberg-Kapelle zu einer Rundtour durch den angrenzenden Staatswald.

Lang erklärte einerseits die Kraut-, Strauch- und Baumarten, die einem so "über den Weg liefen", aber andererseits auch die Standortsansprüche dieser Arten, vor allem deren Lichtbedürfnis. Manche brauchen viel Licht, andere vertragen nicht zu viel Sonne, bzw. sind dann in der Konkurrenz zu anderen Arten unterlegen und verschwinden. So ist ein vielfältiges "Licht-Mosaik", wie es naturnahe Forstwirtschaft erzeugt, eine gute Voraussetzung für eine hohe Artenvielfalt. Bäume zu ernten, ist also per se nicht schlecht, aber wichtig ist dabei der Bodenschutz vor ungeregelter Befahrung mit schweren Forstmaschinen. Das Belassen geeigneter Tothölzer und Biotopbäume, angepasste Schalenwildbestände, die die Pflanzung und Naturverjüngung standortsgerechter Baumarten ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen, und Holznutzung im Bereich des Zuwachses sind die "Spielregeln", bei denen Biodiversität im Wald von einer aktiven Forstwirtschaft profitiert.
Die sehr informative Führung bei Kaiserwetter hätte durchaus noch mehr Teilnehmer verdient. Ein besonderer Dank gilt den Damen vom Naturpark Hirschwald, die interessante Aspekte beisteuerten.

So wird Artenvielfalt erhalten: Wegweisende Projekte im Naturpark Hirschwald

Bei einer Busfahrt im Mai 2019 informierte das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg über in und um den Naturpark Hirschwald über Aktivitäten im Bereich Artenvielfalt.
Alfred Stich stellt das Schulprojekt vor

Fotos: M. Feierler

  • Alfred Stich und Nina Forster von der Gemeine Ursensollen stellten vor, wie benachbart zum Gewerbepark A6 gemeinsam mit Schulkindern der Natur wieder wertvoller Lebensraum zurückgegeben wurde. In einem ehemaligen Bierkeller, der zum Fledermauskeller umgestaltet wurde, erläuterte Rudi Leitl, das geeignete Winterunterkünfte frostfrei sein und viele Spalten aufweisen müssen.
  • Phillipp Roidl von der unteren Naturschutzbehörde erläuterte mit Wildlebensraumberater Balduin Schönberger die Pflege der Hüll bei Kemnatheröd. Durch Brachflächen unf Feldrandgestaltung konnte hier ein Biotopverbund erreicht werden. Profitieren würden davon vor allem Wildtiere wie Hase und Rebhuhn. Jäger und Landwirte können so gemeinsam viel bewirken.
  • Im Kirchenwald bei Erlheim zeigte Michael Bartl, Leiter unseres Forstreviers Kastl, auf, wie durch den Erhalt von Totholz und Biotopbäumen sowie das Ankommen von Naturverjüngung nach Lichtgabe die Artenvielfalt gefördert wird.
  • Im Hirschwald wurde die Anlage und Pflege von Feuchtbiotopen vorgestellt. Auch hier ist ausreichend Licht nötig, um Amphibien und Libellen anzusiedeln.
  • Zum Abschluss der Rundfahrt wurde eine gelungene Blühfläche bei Rieden besucht. Viele Landwirte im Landkreis geben bereits seit Jahren, gefördert über das Kulturlandschafts- oder Vertragsnaturschutzprogramm, der Natur Flächen zurück.

Streuobstfläche bringt Naturschutz in die Stadt

Mehrere Personen mit Spaten neben gepflanztem Baum Zoombild vorhanden

Geschafft!
© B. Schönberger

In einer gemeinsamen Aktion des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Amberg und der Forstbetriebsgemeinschaft Amberg-Schnaittenbach entstand Anfang Mai 2019 auf der Wiese vor dem AELF an der Hockermühlstrasse eine Streuobstfläche. "Wir wollten damit ein Zeichen setzen, dass Maßnahmen für mehr Biodiversität wichtig und auch in der Stadt umsetzbar sind", begründete Behördenleiter Wolfhard-Rüdiger Wicht die Initiative.
Gepflanzt wurden ausnahmslos alte Obstsorten, zum Beispiel der Apfel "Jakob Fischer", die Birne "Gute Graue" oder die Pflaume "Königin Viktoria". Die Pflanzenauswahl hatte die Kreisfachberaterin für Gartenbau, Michaela Basler übernommen, das sogenannte Formieren die Landkreisgärtner. "Diese alten erhaltenswerten Sorten sind geschmacklich und von den Verwertungsmöglichkeiten her äußerst attraktiv", so Basler.
Verwertung im Unterricht
Die erste Ernte dürfte wohl in fünf Jahren möglich sein. Wicht ergänzte: "Ich kann mir gut vorstellen, dass das Obst dann von den Studierenden unserer Hauswirtschaftsschule im Rahmen ihres Unterrichts zu schmackhaften Säften oder Desserts verarbeitet wird."
Schulungen für Obstbaumschnitt
Daneben soll die Obstbaumpflanzung laut Wicht dazu dienen, für interessierte Bürger Schulungen zum richtigen Obstbaumschnitt durchzuführen. Aber bis es soweit ist, muss noch viel gegossen werden, damit die Obstbäume anwachsen und gut über den Sommer kommen können.