Initiative Zukunftswald am AELF Amberg
Mein Wald - die Mischung macht`s

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Waldbesitzende erfreuen sich ein Leben lang an ihrem Wald, aber eigentlich pflegen sie ihn schon für die nächste Generation. Um klimatolerante Wälder zu etablieren und die Waldvielfalt für künftige Generationen zu erhalten, wurde im Jahr 2015 die Initiative Zukunftswald Bayern ins Leben (IZW) gerufen.

Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg unterstützt im Rahmen dieser Initiative die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit dem eigenen Projekt "Mein Wald - die Mischung macht`s".

Die in der Region vielerorts vorherrschenden Wälder aus Fichte und Kiefer geraten in Zeiten des Klimawandels immer stärker in Bedrängnis und es treten bereits großflächige Ausfälle und Vitalitätseinbußen auf. Sauberes Trinkwasser, reine Luft, günstiges Klima sowie Bodenschutz im Wald für die Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach hängen künftig in hohem Maße von einer klimaangepassten Bewirtschaftung der Wälder ab. Nadelholzreiche Wälder sind in Mischwälder umzubauen, die sich aus mehreren klimatoleranten Baumarten zusammensetzen.
Die Wälder im Amtsgebiet des AELF Amberg befinden sich zu 66 % in privater Hand. Somit kommt dem Privatwald eine entscheidende Bedeutung zu, wenn die Schutzfunktionen des Waldes erhalten oder gar gestärkt werden sollen. Dazu gilt es, vor allem den Waldbesitzenden Fachwissen so zu vermitteln, dass deren Verständnis und Engagement geweckt wird.
Mein Wald - die Mischung macht`s

Die Forstverwaltung steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite - ergreifen Sie die Initiative zum Waldumbau!

Zwölf Vorzeigebestände

Lebendige Wegweiser zum Zukunftswald

Viele Waldbesitzende in der Region können bereits erste Erfolge im Waldumbau vorweisen. Einige dieser Wälder werden im Rahmen unseres Projekts interessierten Waldbesitzern zugänglich gemacht. Erfahren Sie mehr über Baumarten und die Wälder der Zukunft, von der Pflanzung über die forstliche Pflege bis hin zum wertvollen, klimaangepassten Mischwald.

Kartendarstellung im BayernAltas
Die Vorzeigebestände in der Übersicht

Die Vorzeigebestände sind in der Karte mit einem kleinen, blauen Baumsymbol markiert.
Beim Anklicken des Symbols erhält man die genauen Koordinaten zum jeweiligen Bestand.

Podcasts und Hintergründe
Die Vorzeigebestände im Einzelnen

Hier finden Sie Podcasts, die Entstehungsgeschichte, einen Ausblick und die Anfahrtsbeschreibung zu jedem Bestand.

Da Sie Gast auf diesen Waldflächen sind, möchten wir Sie noch auf das eigentlich Selbstverständliche hinweisen: Bitte behandeln Sie diese Wälder bei Ihrem Besuch rücksichtsvoll und halten Sie vorhandene Zäune geschlossen.

Zum Thema Naturverjüngung

Die Buche - Mutter des Waldes

Piktogramm: Buchenblatt

Der nadelholzreiche Ausgangsbestand wurde durch den Waldbesitzer auf forstliche Beratung hin im Schirmschlagverfahren, einem klassischen Waldbauverfahren, in einen klimatoleranten Laubwald umgebaut. Hierzu wurde 1997 zunächst mit dem Harvester eine regelmäßige Erschließung mit Rückegassen erstellt, um den Holzeinschlag der Folgejahre und später boden- und verjüngungsschonend durchführen zu können. Nach behutsam geführtem Vorbereitungs- und Besamungshieb wuchs ohne Zaunschutz eine vitale und stammzahlreiche Buchennaturverjüngung heran.  Mehr

Junges Laubholz unter alter Kiefer

Piktogramm: Sandbirkenblatt

Der ursprünglich dichte und instabile, rund 100 jährige Kiefernwald wurde 1985 durch einen Herbststurm an seinem südlichen Waldsaum zur Feldflur hin auf rund 1.300 m² geschädigt. Bereits im darauffolgenden Frühjahr wurde das Windbruchloch auf Vorschlag des beratenden Försters mit Stieleichen dazu Hainbuchen und Winterlinden als Nebenbestand wiederaufgeforstet.  Mehr

Naturverjüngung von Mischbaumarten unter Kiefer

Piktogramm Baumsamen

Der Vorbestand aus Waldkiefern auf diesem nährstoffarmen Sandstandort wurde 1937 komplett eingeschlagen, und die Wurzelstöcke mit der Seilwinde gerodet. Auf dem so freigelegten Rohboden samten sich von selbst Pionierbaumarten wie Kiefer, Birke und Zitterpappel an. Letztere wurden in den 1960er Jahren, wie damals üblich, vollständig zugunsten der Kiefer entnommen. Das würden die Waldbesitzer heute so nicht mehr praktizieren - denn eines wurde ihnen durch forstliche Beratung klar: „Das Laub der Mischbaumarten ist das Humuskapital (der Naturdünger) des Waldbauers!“.  Mehr

Zum Thema Wildlinge, Saatgut und Saatgutbestände

Tannenzaun zur Wildlingsgewinnung

Piktogramm: Tannenzapfen auf Ast

Die Tanne als klimastabile Nadelbaumart mit besten Holzeigenschaften, ist in den Wäldern Amberg-Sulzbachs eine Seltenheit. Aus diesem Grund wurde von regionalen Förstern die Idee geboren, Alttannenbestände zu inventarisieren und deren natürliches Verjüngungspotential zu nutzen.
Im Rahmen dieses Projekts hat ein Waldbesitzer 2013 die 600 m² große Fläche um drei Alttannen gezäunt. Ziel war die natürliche Ansamung der Weißtanne ohne jeglichen Einfluss des Wildes.   Mehr

Der Lindenmischwald Haag – ein seltenes Kleinod

Piktogramm: Winterlindenblatt

In unserer von Kiefern und Fichten dominierten Heimat stellt der etwa 70-jährige Lindenmischwald nordwestlich von Haag eine absolute Besonderheit dar. Durchstreift man den äußerlich als reinen Kiefernwald anmutenden Bestand, finden sich zahlreich Baumarten wie Kirsche, Eiche, Spitzahorn, Birke, Buche und Winterlinde. Insbesondere die Linde, bekannt meist nur als „dienende Baumart“ in der Unterschicht des Waldes, bestimmt hier das Waldbild entscheidend mit und erreicht dabei bemerkenswerte Qualitäten und Dimensionen.  Mehr

Der Eichenwald "Höfling" – das Vermächtnis forstlicher Vordenker

Piktogramm: Stieleichenblatt

In der Nähe der Stadt Sulzbach-Rosenberg befindet sich im Spitalholz ein ganz besonderer Waldbestand – der Eichenwald „Höfling“. Der rund 160 jährige Wald gehört der städtischen Bürgerspitalstiftung Sulzbach-Rosenberg und wurde seit jeher durch bayerische Forstbeamte betreut. Er ist das Vermächtnis königlich bayerischer Forstleute, und steht wie kaum ein anderer Wald im Amberg-Sulzbacher Land für die traditionell nachhaltige und weitsichtige bayerische Forstwirtschaft.  Mehr

Eichensaat im Kiefernwald

Piktogramm Eichelhäher

Der Förster des Waldguts Richtberg entschied sich 1993 auf der 0,9 ha großen Fläche einen Waldumbau vorzunehmen. Auf den Vorbestand aus Kiefer mit etwas Fichte sollte ein Eichenwald folgen. Die Eiche besitzt eine hohe Wurzelenergie und kommt deshalb auf den hier vorherrschenden Böden mit tonigen Verdichtungen im Untergrund und mit gelegentlichem Stauwasser in den tieferen Bodenschichten gut zurecht. Auch wirkt ihre Laubstreu der vorhandenen Versauerung des Oberbodens entgegen.  Mehr

Zum Thema Voranbauten

Buchen - und Tannenvoranbauten im Nadelwald

Piktogramm Harvester

Über Jahre hinweg wurde der bis zu 100-jährige Kiefern-Lärchen-Fichtenbestand durch Schneebruchereignisse geschädigt. Besonders im Winter 2012 bogen sich und brachen unter der Nassschneelast zahlreiche Baumkronen. Danach konnte das Schadholz maschinell mit geringer Unfallgefahr und zügig aufgearbeitet und mit dem Forwarder gerückt werden. Die Fläche mit dem verbliebenen, lichten Schirm aus Kiefern und Lärchen war nun bestens für einen Voranbau schattenertragender, junger Bäume vorbereitet.  Mehr

Zum Thema Erstaufforstung

Aus Wiese wird Wald - Erstaufforstung mit Bergahorn und Buche

Piktogramm: Bergahornblatt

Im Jahr 1994 wurde die 5000 m² große Wiese mit Bergahorn, Rotbuche und Fichte aufgeforstet. Die Fichten stammten aus einer Forstbaumschule, die Ahorne und Buchen wurden im eigenen Wald aus üppiger Naturverjüngung als „Wildlinge gewonnen“. Sie wurden in zwei Gruppen zu a 30 x 25 m eingebracht, die restliche Fläche mit Fichte bepflanzt. Die Rotbuchen wurden zwischen die Ahorne gesetzt.  Mehr

Aus Acker wird Wald - Erstaufforstung mit Laubbaumarten

Piktogramm: Vogelkirschenblatt

Das ursprünglich als Acker genutzte Flurstück erwies sich aufgrund der geringen Größe und wegen des wenig ertragreichen Bodens für eine weitere landwirtschaftliche Nutzung als unwirtschaftlich. Da die Fläche bereits direkt an den Waldbestand der Eigentümer angrenzte, beschlossen diese im Jahr 2000 den rund 6.500 m² großen Acker aufzuforsten.
Nach eingehender Beratung durch den seinerzeit zuständigen Förster unseres Amtes entschied sich die Waldbesitzerfamilie für eine Aufforstung mit Eiche und dazu Linde zur Schaftpflege und stellte den erforderlichen Erstaufforstungsantrag.  Mehr

Zum Thema Alternative Baumarten

Roteiche und Douglasie - Vom Anbauversuch zum Vorzeigebestand

Piktogramm: Douglasienzapfen an Ast

Die ersten Douglasien und Roteichen wurden 1901 in Lücken des damals bereits bestehenden ca. 50-jährigen Mischwalds aus Eichen und Buchen gepflanzt. Der Fabrikbesitzer Georg Baumann bewies mit den forstlichen Anpflanzungen dieser nordamerikanischen Baumarten Pioniergeist, zählen sie doch zu den ältesten ihrer Art in unserer Region. Die Wuchshöhen und erreichten Dimensionen vermitteln einen guten Eindruck, welches Potential, passende Standorte vorausgesetzt, diese Baumarten besitzen.  Mehr

Die Douglasie - Leistungsträgerin im Klimawandel

Piktogramm Astung

Der Vorbestand, ein dicht stehendes und instabiles, rd. 30-jähriges Fichten-Kiefern-Stangenholz, wurde im Dezember 1981 durch Nassschnee stark geschädigt. Das Schneebruchnest haben die Forstwirte der Stadt Auerbach 1984 gezäunt und mit Douglasien unter dem lichten Schirm der noch verbliebenen Fichten und Kiefern ausgepflanzt. Bereits nach fünf Jahren wurden die grobastigen und teils vom Rotwild geschälten Fichten-Kiefern-Stangen über den raschwüchsigen Douglasien entnommen, um diesen nach der Anwuchsphase nun den vollen Lichtgenuss zu geben.   Mehr

Danksagung an Beteiligte

Dieses Projekt konnte nur Dank der Unterstützung der beteiligten privaten Waldbesitzenden, sowie der Städte Amberg, Auerbach in der Oberpfalz und Sulzbach-Rosenberg umgesetzt werden.
Ein besonderer Dank für die technische Umsetzung der Podcasts gebührt darüber hinaus Herrn Stefan Breunig/OTH Amberg-Weiden.
Quelle Piktogramme: FREIE KREATUR / Andreas Mitterer und DAS ILLUSTRAT

Ihr Ansprechpartner für die Intitative Zukunftswald

Projektmanager für die Initiative Zukunftswald Amberg (IZW Amberg)

Hans-Christoph Münnich

Seit September 2019 unterstützt Hans-Christoph Münnich als forstliche Fachkraft das Beraterteam des AELF. Er steht Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern ihn Fragen rund um den Klimawandel zur Seite. Darüber hinaus widmet er sich dem Zukunftswald-Projekt "Mein Wald - die Mischung macht´s".  Mehr

Hans-Christoph Münnich
AELF Amberg
Maxallee 1
92224 Amberg
Telefon: 09621 6024-2023
Fax: 09621 6024-2016
E-Mail: poststelle@aelf-am.bayern.de

Die Initiative Zukunftswald in Bayern

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Die Initiative Zukunftswald in Bayern will Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer dabei unterstützen, die eigenen Wälder klimafit zu machen. Dazu hat das Staatsministerium einige Projekte auf den Weg gebracht.  

Initiative Zukunftswald Bayern - Staatsministerium Externer Link